Digital Detox – Sind wir von unserem Smartphone abhängig?

Digital Detox – Sind wir von unserem Smartphone abhängig?

Ununterbrochen starren wir Menschen auf ihre Handys. Unentwegt. In der Straßenbahn wird statt aus dem Fenster oder in ein Buch in das kleine rechteckige, elektronische Gerät geglotzt. Während wir im Cafe auf unsere Freunde warten, schauen wir nicht umher und lassen unseren Gedanken freien Lauf. Nein, natürlich nicht. Wir lassen uns vom Sucht-Gerät im Handtaschenformat berieseln. Schnell wird der Insta-Feed oder die Wettervorhersage fürs Wochenende gecheckt.

Seien wir ehrlich? Genau so ist es! Was die Technik heute möglich macht, ist fantastisch. Wirklich, denn Smartphones, Tablets, Laptops und das Internet verbessern oft unser Leben.

Text- und Sprachnachrichten sind in Sekundenschnelle am anderen Ende des Erdballs. Sämtliche Informationen sind immer nur einen winzigen Klick entfernt. Dank des Internets müssen wir morgens nicht mal mehr ins Büro, sondern können ganz gemütlich daheim im Schlafanzug arbeiten. Oder wir werden gleich Digitaler Nomade und arbeiten da, wo es uns am besten zusagt.

Alles in allem ist das genial! Aber wir Menschen übertreiben. Anstatt ausschließlich von den Vorteilen zu profitieren, lassen wir uns von dem Ding beherrschen.

Letztens streikte meine Internetverbindung. Und wie reagierte ich? Völlig panisch. Mein leckeres Abendessen wurde mir instant egal. Mein einziges Bedürfnis war es, mein Internetproblem seeehr schnell zu fixen.

Muss das wirklich sein?

Wir sollten den Mehrwert nicht verleugnen, dennoch sollten wir auch nicht verleugnen, was uns diese Dinger alles nehmen.

Sie nehmen uns den Moment

Ein Mittagessen ist nicht mehr nur eine leckere Mahlzeit. Nein, mittlerweile ist Essen ein sehr gefragtes Fotomotiv. Es muss dekoriert, in Szene gesetzt, fotografiert und mit der ganzen Welt geteilt werden. Und bis das ganze Prozedere endlich ein Ende gefunden hat, ist der Zauber verpufft. Das Essen ist nämlich kalt und schmeckt nur noch so semi gut. Hoffentlich gibt’s wenigstens viele Likes dafür…

Sie nehmen uns die persönliche Kommunikation

Statt uns zu treffen oder zu telefonieren, schreiben wir uns zig SMS pro Tag. Dabei können eingetippte Worte kein Gespräch ersetzen und Emojis nicht im entferntesten Gefühle ausdrücken. Wir brauchen echte Gespräche von Angesicht zu Angesicht.

Sie nehmen unsere Gesundheit

Habe ich allen geantwortet? Habe ich alles mitbekommen? Die ständige Erreichbarkeit stresst unseren Körper. Wir denken, wir müssen Nachrichten innerhalb Minuten beantworten. Wir fühlen uns schlecht, wenn wir nicht immer top informiert sind. Abends ist der Griff zum Smartphone der Letzte und morgens gleich der Erste. Die permanente Erreichbarkeit liegt uns wie ein Backstein auf den Schultern. Und irgendwann brechen wir zusammen.

Damit wir endlich wieder abschalten können, müssen wir das Smartphone stattdessen abschalten. Und dazu brauchen wir keine überteuerten Digital Detox Urlaube, wo man das Mobiltelefon brav an der Rezeption abgeben muss. Sowas finde ich total überflüssig. Auch Digital-Detox-Kuren alla: „Ich lasse das Mobiltelefon für eine Woche komplett aus“, bringen nur kurzfristige Linderung. Wir brauchen keinen Detox, sondern gesunde Gewohnheiten. Es bringt nämlich gar nichts zu detoxen (=entgiften), um anschließend genauso weiterzumachen wie bisher. Die Dosis macht bekanntlich das Gift.

Warum müssen Smartphones eigentlich immer in der unmittelbaren Nähe sein? Können wir uns nicht ganz oldschool von einem Wecker wecken lassen und somit das Handy aus unserem Schafzimmer verbannen? Oder wie wäre es, wenn das Esszimmer zur Mobiltelefon freien Zone ernennen? Mahlzeiten schmecken ohne YouTube Videos, Insta-Stories oder Podcasts bestimmt doppelt so gut.

Alternativ könnten wir unserem Smartphone (und uns 🙂 ) Feierabend gönnen. Ich beantworte in der Regel ab 21 Uhr keine Nachrichten mehr und bin ansonsten auch nicht mehr online. Das befreit wirklich unglaublich. Ich weiß, dass ich ab 21 Uhr nichts mehr muss. Ich muss nichts mehr beantworten, dafür ist schließlich am nächsten Tag noch genug Zeit.

Wie ist das bei Dir? Stresst Dich die ständige Erreichbarkeit? Schreibe mir das gerne in die Kommentare.



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