Wie ich lernte mein Selbstwertgefühl zu verbessern

Wie ich lernte mein Selbstwertgefühl zu verbessern

Was fällt mir spontan zu den drei Begriffen Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Selbstliebe ein?
Kurz und schmerzlos fällt mir dazu ein: Das hatte ich vor einigen Jahren alles nicht. Ich war weder selbstbewusst, noch hatte ich in irgend einer Form ein positives Selbstwertgefühl. Selbstliebe war mir so fremd wie der Nordpol.

Mit den Worten Selbstzweifel und Minderwertigkeitskomplexen konnte ich mich hingegen sehr gut identifizieren.
Ich war ein scheues und graues Mäuschen. Ein Mäuschen mit grauen Gedanken und grauen Gefühlen. Der Blick in den Spiegel war an manchen Tagen, ungelogen, eine Qual. Unter Menschen fühlte ich mich stets unwohl. Alle schienen hübscher, intelligenter und erfolgreicher zu sein. Oh man, damals steckte ich wirklich sehr in meinen negativen Gedankensätzen fest. Seitdem ist viel passiert. Denn ich wollte nicht mehr dieses graue Mäuschen sein. Ich konnte und wollte mir ein Leben mit diesem negativen Mindset einfach nicht vorstellen. Deshalb fing ich an, Bücher zum Thema zu verschlingen, war stiller Mitleser in Foren und überprüfte Schritt für Schritt meine Glaubenssätze.

Und was soll ich sagen: Es hat echt was gebracht. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, das aus mir ein selbstbewusster Mensch wird.
Ein Mensch, der zu sich, also zu seinen Stärken und zu seinen Schwächen, steht. Ein Mensch, der morgens in den Spiegel schaut und denkt: „Du bist in Ordnung, so wie du bist.“

Deshalb meine gute Nachricht an euch: Es gibt Hoffnung.

Die schlechte Nachricht: Es dauert.

Sein Selbstwertgefühl zu verbessern ist ein langer Prozess. Rückschritte gab und gibt es noch immer. Aber es lohnt sich. Es lohnt sich definitiv.

Ich kann euch leider keinen handfesten Guide zur Verfügung stellen, der euch mit 1000 %iger Sicherheit ans Ziel führt und letztendlich ist dies auch ein sehr individueller Prozess.

Aber trotzdem möchte ich mit euch die Ratschläge teilen, die mir sehr halfen und die ich mir ständig wieder ins Gedächtnis rufe:

– Mach dir deine eigenen Stärken bewusst.
Das kannst du schaffen, indem du dir jeden Abend vor dem Schlafen gehen Gedanken darüber machst, was du an dem Tag gut gemacht hast.
Z. B. jemanden zum Lachen gebracht, eine Aufgabe bei der Arbeit gut gemeistert, einem Freund aufmerksam zugehört, konzentriert für eine Prüfung gelernt, gesund gekocht und gegessen…
Es werden so viele Dinge zum Vorschein kommen auf die du echt stolz sein kannst.

– Vergleiche dich nicht ständig mit anderen.
Du wirst immer auf Menschen treffen, die in deinen Augen hübscher, liebenswerter und einfach rundum toller sind als du. Das heißt: In deiner Sichtweise sind diese Menschen „toller“ als du. Aber kannst du in sie hineinschauen? Ich denke nicht. Wer weiß, vielleicht habe diese Personen auch oder sogar noch größere Minderwertigkeitskomplexe?!

– Behandle dich selbst, wie du deinen besten Freund behandeln würdest.
Dein bester Freund ist, obwohl er eifrig dafür gelernt hat, durch eine Klausur gerasselt. Würdest du ihn beschimpfen, verurteilen und niedermachen? Oder würdest du ihm Trost zu sprechen und Mut machen?
Eine liebe Freundin hat zwei Kilo zugenommen. Würdest du sie abfällig und angewidert anschauen? Oder ihr sagen, dass du sie trotzdem magst, so wie sie ist?

– Sieh deine (vermeintlichen) Schwächen als Herausforderungen.
Sagst du dir oft „Ich kann dies oder jenes nicht“ und könntest es aber insgeheim gern?

Dann lerne es. Schäme dich nicht für etwas, was du (noch) nicht kannst. Schätze dich für die Dinge, die du anpackst und lernen willst. Bekanntlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und alles ist schwierig bevor es leicht wird. Du weißt erst, zu was du fähig bist, wenn du die Sache wirklich angehst.

– Mach aus deinen (vermeintlichen) Schwächen eine Stärke.
Zugegeben, dieser Punkt ist eher etwas für Fortgeschrittene.:) Hätte mir das jemand vor einigen Jahren erzählt, hätte ich verständnislos den Kopf geschüttelt und ganz bestimmt schnell das Weite gesucht.

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich immer und zu jeder Zeit ultra selbstbewusst bin und mein Selbstwertgefühl unerschütterlich ist. Nein, so ist es definitiv nicht. An manchen Tagen mag ich mich einfach nicht. Alles was ich mache, ist Trash und mein Spiegelbild zeigt manchmal auch echt Dinge, die ich lieber nicht sehen würde. Aber hey! Ich bin ein Mensch und ich weiß, dass das nur Momente sind. Das geht vorbei. Meistens sieht die Welt an nächsten Tag wieder ganz anders aus. Man muss eben nicht nur kontinuierlich an den Beziehungen zu seinen Mitmenschen arbeiten, sondern auch immer an der Beziehung mit sich selbst.


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