Monat: Oktober 2017

Als ich mich selbst zu lieben begann –  Charlie Chaplin

Als ich mich selbst zu lieben begann – Charlie Chaplin

Ich bin regelrecht verrückt nach diesen kleinen Büchlein und Kalendern mit Lebensweisheiten und Zitaten. Davon kann ich einfach nicht genug kriegen. Im Laden könnte ich Stunden darin lesen und am liebsten würde ich auch jedes Büchlein kaufen. Die Zitate und die Bilder sind immer eine […]

Mit einer Reise fing alles an

Mit einer Reise fing alles an

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Wie ich meine Gedanken änderte

Wie ich meine Gedanken änderte

Ich hatte meinen Schirm aufgespannt und lief nachhause. Es regnete. Sehr wohl konnte ich den Regen sehen, aber hören konnte ich ihn nicht. Meine Gedanken waren zu
laut. Meine Gedanken in meinem Kopf waren so laut, dass ich weder den Regen hören konnte, noch war ich in der Lage meine Umwelt zu registrieren.

Mir schossen viele Gedanken durch den Kopf. Viele dieser Gedanken begleiteten mich schon Monate wenn nicht schon seit Jahren. Doch leider waren diese Wegbegleiter
negative Gedanken. Gedanken wie: Ich dann das nicht! Aus mir wird niemals etwas! Warum haben die Anderen immer mehr Glück als ich? Das ist alles so unfair. Warum immer
ich? Was habe ich nur verbrochen? Immer ich!

Klar, hätte ich mir vieles anders gewünscht. Ich war gerade 15 als mein Vater seinen ersten Schlaganfall hatte. Einer von vielen. Eine von vielen Diagnosen die meine
Eltern im Laufe der Jahre sammelten. Leider.
Meine Klassenkameradinnen verbrachten ihre Freizeit damit sich zu schminken und fanden heraus, dass Jungs ja doch nicht so blöd sind. Ich dachte derzeit an ganz andere
Dinge. Was ist, wenn die Halbseitenlähmung nicht wieder weggeht. Hmm, er ist nun arbeitsunfähig. Wie wird sich mein oder unser Leben ändern? Was ist wenn ein
Schlaganfall so schlimm ist, dass er ein richtiger Pflegefall wird? Meine Gedanken glichen einer Negativspirale.

In dieser Zeit hatte ich mir anscheinend mein negatives Denken angeeignet. Durch meine „schwarze Brille“ konnte ich wenig schönes sehen. Sehr traurig aber leider wahr.

An dem eingangs besagten Tag kam mir ein Geistesblitz. Luisa, das sind deine negativen Gedanken. Einzig und allein deine Gedanken. Negative Gedanken, die ausschließlich
unglücklich machen.
Deine negativen Gedanken fühlen sich so derart lebendig an, obwohl sie nichts weiter als Gedanken sind. Warum versuchst du denn nicht einfach deine negativen Gedanken
gegen positive zu tauschen.

Denn schließlich hatte ich bereits sehr viel über positives Denken gelesen. Probiert hatte ich es jedoch noch nie. Bitte versteht mich nicht falsch. Meiner Erfahrung
nach, kann man durch positives Denken keinen Kummer oder gar Krankheiten heilen. Auf keinen Fall. Wenn man in einer tiefen Depression steckt, dann bewirken Kommentare
wie: „Ach, denk doch einfach mal positiver. Du siehst immer alles so negativ.“, rein gar nichts. Schlimmer noch. Sie können die Situation sogar verschlechtern.

Worauf ich hinaus will ist, warum konzentrieren wir uns immer auf das Schlechte und lassen dem Guten quasi keinen Raum?
Durch Gedanken wie „Ich kann das nicht“ vergessen wir ganz oft, was wir alles können und auch schon erreicht haben.

Damals als die Krankheitsgeschichte meines Vaters begann, dachte ich ständig: „Warum ich? Nichts läuft richtig in meinem Leben.“ Die Tatsache, dass ich trotz dieser
Umstände einen guten Schulabschluss absolvierte und meine beruflichen Ziele verfolgte, bekam keinen Raum in meiner Gedankenwelt. Niemals dachte ich: „Luisa, du kannst
so stolz auf dich sein. Wie du trotz allem dein Leben meisterst.“

Ich startete deshalb ein Experiment.

Ich wollte lernen positiv zu denken. Wollte meinen Fokus auf das Positive in meinem Leben lenken. Täglich überlegte ich mir, für
was ich alles dankbar sein kann. Was an dem Tag schön war. Diese Momente genoss ich in vollen Zügen. So hatten meine negativen Gedanken schlichtweg weniger Platz in
meinem Leben.

Wenn mich meine Negativ-Kassette sich doch mal wieder in meinem Kopf abspielte, schaltete ich auf meine positiven Affirmationen um. Ich wechselte also das Programm.

Mein kleines Experiment war für mich persönlich ein voller Erfolg. Ich konnte über die Monate hinweg beobachten wie sich meine Lebenseinstellung und auch meine
Ausstrahlung änderte. Ich fühle mich nun nicht nur glücklicher und vom Leben beschenkter, sondern ich stelle auch fest, dass ich wohl auch anders auf meine Umwelt
wirken muss. Es ist keine Seltenheit, dass mich fremde Menschen auf der Straße anlächeln oder mich ansprechen und mit mir ein paar Worte wechseln. Meine
optimistische Einstellung macht mich anscheinend nahbarer. Selbstverständlich habe ich Phasen in denen ich nicht positiv denken kann. Das war auch nicht mein
Ziel. Ich wollte meine negativen Gedanken und Gefühle nicht aus meinem Leben eliminieren. Denn negative Gedanken sind sehr wichtig. Denn negative Gedanken haben wir
hauptsächlich in Schwierigen Phasen und schwierige Phasen sind wichtig um zu wachsen oder die eingeschlagene Richtung zu ändern.

Ich wollte eher die destruktive Gedankenkette unterbrechen und meinen Fokus auf das Positive legen. Und ich bereue es nicht. Alles ist bunter, schöner und lebendiger.

Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr eher Optimisten oder Pessimisten? Ich würde mich freuen, wenn ihr mir von eurer Gedankenwelt erzählt.

(Foto: pexels.com)

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Warum es nicht gut ist, die beste Version von sich selbst sein zu wollen

Warum es nicht gut ist, die beste Version von sich selbst sein zu wollen

Be a better version of yourself. Be the best version of yourself.

Das hört sich an wie: hoch, höher, am höchsten oder schnell, schneller, am schnellsten oder dünn, dünner, size zero.

Twitter, Facebook, Instagram und Konsorten sind voll mit solchen Darstellern. Wenn ich sowas sehe, frage ich mich als Normalo was ich falsch mache oder noch schlimmer, was falsch an mir ist. Diese Posts lösen in mir ein derart schlechtes Gewissen aus, dass es doch tatsächlich schon vorkam, dass ich ein schlechtes Gewissen hatte, weil ich nach einem stressigen Tag im Büro zu müde war, privat noch abartig produktiv zu sein.

Jetzt mal ernsthaft, warum muss man denn eine bessere oder noch schlimmer „die beste Version“ von sich selbst sein?
Da kommt auch schon die nächste Frage in den Sinn: Wann bin ich denn die beste Version? Wann bin ich die beste Luisa?

Wenn,

– ich jeden morgen um 5 Uhr aufstehe und mindestens 18 Stunden pro Tag mega-ultra produktiv bin?
– ich die Kar­ri­e­re­lei­ter unaufhaltsam und straight nach oben klettere?
– ich immer und zu jeder Zeit grinsend und glücklich durch die Welt spaziere?
– meine Ernährung tadellos, gesund und ethisch korrekt ist?
– mein Körper sportlich-weiblich durchtrainiert ist?
– ich die perfekte Partnerschaft und ein noch viel perfekteres Kind habe?
– ich die Welt transformiert, verbessert und selbstverständlich gerettet habe?!

Naja… Die Liste lässt sich wohl beliebig weiterführen.

Aber WENN das alles Realität wäre, was ist DANN?

Bin ich dann wirklich the best version of myself? Wer entscheidet denn eigentlich, wann ich die beste Version bin und was habe ich davon?

Entscheiden etwa andere darüber, wann ich endlich „vollkommen“ bin? Oder etwa doch ich selbst? Was ist denn, wenn ich kontinuierlich ein Häkchen auf meiner imaginären Liste machen kann, ich aber dennoch todunglücklich dabei bin? Todunglücklich, weil ich bei der ganzen Selbstoptimierung ganz vergesse, mal durchzuatmen. Durchatmen, weil ich merke, dass mein Köper es braucht. Nicht durchatmen, weil auf einer meiner ToDo-Listen ein Slot mit „Meditation“ vermerkt ist.

Also, the best version of yourself = Perfektion?

Die beste Version von sich selbst. Dass bis ins endlos optimierte Ich. Dieser Perfektionsgedanke treibt mich zur Weißglut.

Denn Perfektion macht, meiner Meinung nach, verbissen, unentspannt und unglücklich.

Ich verrate euch ein lang verschwiegenes und sehr bedeutsames Geheimnis. Gleich wird sich euer Leben für immer verändern… *Ironieoff* 😉
Es gibt keine Perfektion. Ja, so ist es.

Wenn ihr nämlich in einer Sache perfekt seid, dann wollt ihr darin noch perfekter werden. Wenn ihr ein Projekt perfekt abgeschlossen habt, dann wollt ihr das nächste Projekt genauso perfekt, wenn nicht noch perfekter, abschließen.
Wenn ihr in vielen Dingen perfekt seid, dann wollt ihr in den restlichen Dingen auch perfekt werden. Und auch eure Umgebung – euer Chef, eure Kollegen, eure Familie, sogar eure Freunde – werden den Maßstab ihrer Erwartungen an euch langsam aber sicher nach oben schrauben. Der Druck auf euch wächst, je „perfekter“ ihr werdet.

Und was passiert dann?
Ihr seid im Hamsterrad der Perfektion, im „best version of yourself“-Kreislauf gefangen. Ihr rennt und rennt. Ihr rennt etwas hinterher, was es gar nicht gibt.
Denn wer in einer Sache gut ist, ist eben in einer anderen Sache schlecht. Weil eben jeder Stärken und Schwächen hat.
Wenn ein Projekt gut lief, heißt das nicht, dass die nächsten Projekte auch so gut laufen werden. Ihr könnt nämlich gar nicht alles beeinflussen. Es wird nämlich immer mal Unvorhergesehenes passieren. Ihr werdet trotz aller Anstrengungen irgendwann einmal scheitern.

Genau, jeder scheitert einmal oder sogar mehrmals. Jeder ist nicht in allem gleich gut. Jeder hat Stärken. Jeder hat Schwächen.

Ich habe für mich beschlossen, nicht einem Ideal hinterher zu rennen, das es gar nicht gibt.
Ich habe für mich definiert: Ich muss nicht die beste Luisa werden. Mir reicht es vollkommen aus, wenn ich eine Luisa bin, die oft glücklich, oft effektiv und sich meistens ohne Vorurteile im Spiegel betrachten kann.