Do what you can, with what you have, where you are.

Trau dich!

Trau dich!

„Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum“

Denn die Erfüllung aller Träume beginnt einer Entscheidung. Der Entscheidung seine Träume aktiv zu verfolgen.
Den ersten Schritt zu gehen. Die Zweifel beiseite zu schieben. Die Angst auszublenden.
Das „Nein, ich kann das nicht“ Stimmchen im Kopf zum Teufel jagen.

Jede noch so große Reise beginnt mit dem ersten Schritt.
Jede Ernährungsumstellung beginnt mit der ersten gesunden Mahlzeit.
Jeder Bestseller beginnt mit der Formulierung des ersten Wortes.

Und ich beginne heute. Ich beginne heute euch von meinen Erfahrungen zu erzählen, mit euch meine Gedanken zu teilen und euch bei meiner Reise mitzunehmen.

Voller Zweifel starte ich dieses Projekt. Mehrere Jahre konnte ich den Mut nicht aufbringen. Aber Ausreden gibt es ab sofort nicht mehr. Nein, die gibt es nicht mehr.

Was mich davon abhielt, meine Traum vom eigenen Blog zu starten?

Ich war Legasthenikerin. In der Grundschule besuchte ich wöchentlich eine Therapie gegen Legasthenie. Diktate waren eine Qual. Das Lösen von Textaufgaben war unmöglich für mich, da ich den Inhalt schlichtweg nicht verstand.

Obwohl ich die Lese-Rechtschreibschwäche wohl besiegt habe, ist dieses „Ich kann nicht schreiben!“ wie in meinem Gehirn festgemeiselt. Meine Skills haben sich geändert. Meine Denkweise zu dem Thema anscheinend nicht.

Obwohl ich oftmals, naja eigentlich immer, in völlig ungläubige Gesichter blicke, wenn ich davon berichte.

Ja, ich die Käufmännische Angestellte, die den lieben langen Tag fleißig Emails an Kunden, Geschäftsparnter und Kollegen schreibt, konnte früher nicht einen einzigen Satz ohne Rechtschreibfehler auf ein Blatt Papier bringen.

Fehlerfrei bin ich nach wie vor nicht, werde ich auch nie sein. Aber ich habe gelernt, dass ich nicht erst perfekt sein muss, um meine Träume zu leben.

Und das Bloggen geistert nunmal schon seit einigen Jahren in meinem Kopf herum.

Zum Schluss dieses Artikels möchte ich euch eine Geschichte zeigen, die mich immer sehr stark an mich erinnert.

(Jorge Bucay – Komm, ich erzähle dir eine Geschichte)

„Als ich ein kleiner Junge war, war ich vollkommen vom Zirkus fasziniert, und am meisten gefielen mir die Tiere. Vor allem der Elefant hatte es mir angetan. Wie ich später erfuhr, ist er das Lieblingstier vieler Kinder. Während der Zirkusvorstellung stellte das riesige Tier sein ungeheures Gewicht, seine eindrucksvolle Größe und seine Kraft zur Schau. Nach der Vorstellung aber und auch in der Zeit bis kurz vor seinem Auftritt blieb der Elefant immer am Fuß an einen kleinen Pflock angekettet. Der Pflock war allerdings nichts weiter als ein winziges Stück Holz, das kaum ein paar Zentimeter tief in der Erde steckte. Und obwohl die Kette mächtig und schwer war, stand für mich ganz außer Zweifel, daß ein Tier, das die Kraft hatte, einen Baum mitsamt der Wurzel auszureißen, sich mit Leichtigkeit von einem solchen Pflock befreien und fliehen konnte.
Dieses Rätsel beschäftigt mich bis heute.
Was hält ihn zurück?
Warum macht er sich nicht auf und davon?
Als Sechs- oder Siebenjähriger vertraute ich noch auf die Weisheit der Erwachsenen. Also fragte ich einen Lehrer, einen Vater oder Onkel nach dem Rätsel des Elefanten. Einer von ihnen erklärte mir, der Elefant mache sich nicht aus dem Staub, weil er dressiert sei.
Meine nächste Frage lag auf der Hand: »Und wenn er dressiert ist, warum muß er dann noch angekettet werden?«
Ich erinnere mich nicht, je eine schlüssige Antwort darauf bekommen zu haben. Mit der Zeit vergaß ich das Rätsel um den angeketteten Elefanten und erinnerte mich nur dann wieder daran, wenn ich auf andere Menschen traf, die sich dieselbe Frage irgendwann auch schon einmal gestellt hatten.
Vor einigen Jahren fand ich heraus, daß zu meinem Glück doch schon jemand weise genug gewesen war, die Antwort auf die Frage zu finden:
Der Zirkuselefant flieht nicht, weil er schon seit frühester Kindheit an einen solchen Pflock gekettet ist.
Ich schloß die Augen und stellte mir den wehrlosen neugeborenen Elefanten am Pflock vor. Ich war mir sicher, daß er in diesem Moment schubst, zieht und schwitzt und sich zu befreien versucht. Und trotz aller Anstrengung gelingt es ihm nicht, weil dieser Pflock zu fest in der Erde steckt.
Ich stellte mir vor, daß er erschöpft einschläft und es am nächsten Tag gleich wieder probiert, und am nächsten Tag wieder, und am nächsten … Bis eines Tages, eines für seine Zukunft verhängnisvollen Tages, das Tier seine Ohnmacht akzeptiert und sich in sein Schicksal fügt.
Dieser riesige, mächtige Elefant, den wir aus dem Zirkus kennen, flieht nicht, weil der Ärmste glaubt, daß er es nicht kann.

Allzu tief hat sich die Erinnerung daran, wie ohnmächtig er sich kurz nach seiner Geburt gefühlt hat, in sein Gedächtnis eingebrannt.
Und das Schlimme dabei ist, daß er diese Erinnerung nie wieder ernsthaft hinterfragt hat.
Nie wieder hat er versucht, seine Kraft auf die Probe zu stellen.“

Deshalb geht´s jetzt los. Ich löse mich von meinem Pflock und werde schreiben.

Von welchem Pflock müsst ihr euch lösen, um euren Träumen näher zu kommen?



3 thoughts on “Trau dich!”

  • Der Text mit dem Elefanten ist richtig geil. Ich habe den irgendwann vor einer halben Ewigkeit schon mal irgendwo gelesen, habe ihn aber bis gerade vergessen. Wunderschöne Geschichte. Ich glaube, das heutzutage viele Menschen sich ihrer eigenen Fesseln nicht mehr bewusst sind. Wir verlieren – sei es nun durch unser direktes Umfeld oder die Gesellschaft an sich verursacht – unsere Neugier, unseren Antrieb, auch Dinge ausprobieren zu wollen, die wir noch nie versucht haben. Ein Kind geht seine ersten Schritte und fällt, aber der Entdeckungswille ist stark genug, um ihm so lange zum nächsten Versuch zu animieren, bis es endlich laufen kann.
    Und das verlieren viele von uns im Leben, diesen Entdeckungswillen. Scheiße, wir können fliegen, es wissen nur nicht sehr viele von uns. Wir haben es vergessen oder nie gewusst. Ich wünsche wirklich jedem, dass er dieses Wissen irgendwann in seinem Leben erlangt. Niemand ist an seine Umstände gekettet, jeder kann wachsen und die Schönheit der Welt erblicken.
    Deine Geschichte passt da auch gut rein. Hut ab, dass du an deiner Legasthenie gearbeitet hast. Das schaffen nicht viele. Schon lustig, dass ich oben noch einmal sicherheitshalber geprüft habe, wie man Legasthenie schreibt 🙂

    • Hallo Waldemar,

      vielen lieben Dank für dein Kommentar. 🙂

      Dein Beispiel mit dem Kind, das zu laufen lernt ist wirklich top. So ist es nämlich. 🙂 Kinder müssen auch alles lernen und fliegen häufiger hin, sie lassen sich dadurch aber nicht runterziehen. Nein, sie stehen einfach wieder auf und machen weiter. Fallen wieder hin und stehen wieder auf. Das machen sie so lange bis sie ihr Ziel erreicht haben.

      Wir sollten uns viel häufiger von kleinen Kindern inspirieren lassen. 🙂

      Viele liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Luisa

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