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Die Macht des „Tribes“ – So findest Du eine starke Community

Die Macht des „Tribes“ – So findest Du eine starke Community

Es gab eine Zeit in meinem Leben – eine dunkle Zeit – da war es höchstwichtig, dass man zu einer bestimmten Gruppe Menschen gehörte: Den „Cool Kids“. Bewegte man sich in ihrem illustren Dunstkreis, dann war man wer. Damit konnte man sein Ego so groß aufpusten, bis man abhob. Was nicht wenige taten. Heute weiß ich: Ja, es ist wichtig, mit welchen Menschen man sich umgibt. Und nein: Damit sind nicht die „Cool Kids“ gemeint.

Niemals zuvor gab es so exakte Maßeinheiten für „Freunde“. In diversen sozialen Medien können wir jederzeit den präzisen Stand unserer aktuellen Freunde, „Follower“, „Likes“ und ähnliches abrufen. Dass daraus schnell ein Wettbewerb werden kann, ist offensichtlich. Und auch wenn sich auf einer bestimmten Anzahl von Followern wiederum eine bestimmte Reichweite gründet, die sich wiederum zu Geld machen lässt – Ca-Ching! – den wirklich größten Wert schöpfen wir nicht aus der Masse an Menschen, die uns folgen. Es kommt vielmehr auf jeden einzelnen an.

Was könntest Du sein, wenn jemand nur ganz fest daran glaubte?

In der Blütezeit meiner Teenagerjahre war mein allerallerallergrößter Traum Musical-Darstellerin zu werden. Ich wollte es unbedingt, ich hatte sogar einen Plan! Ich würde Gesangsunterricht nehmen und einer Tanz-Gruppe beitreten und vielleicht der Theater-AG. Und dann, nach dem Abitur, würde ich an einer Musical-Academy gehen. All diese Pläne zerfielen jedoch während einem Mittagessen zu Staub, als ich von meinen Plänen schwärmte und meine Tante mir ins Gesicht sagte: „So wie DIE da singen – so kannst Du nicht singen.“ Ich versuchte mich noch zu verteidigen, etwas kleinlauter schon: „Du hast mich doch noch nie gehört!“ Sie beharrte aber darauf: „Trotzdem. SO kannst Du nicht singen.“ Ich ließ meinen Traum zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz los. Aber ich behielt ihn für mich und wollte ihn vor solcherlei „Gegenwind“ schützen. Ich hatte ja schon gespürt, wie wackelig die Beine meines Selbstwertgefühls wurden, nur weil ich diesen einen Satz gehört hatte. Später fand ich dann weitere „gute Gründe“, die dagegen sprachen. Unsicheres Einkommen, große Konkurrenz, eventuell umziehen müssen … Das Ende vom Lied: Ich wurde natürlich keine Musical-Darstellerin. Ob es der richtige Weg für mich gewesen wäre, kann ich heute nicht sagen. Vielleicht hatte meine Tante recht und ich hätte nie so singen lernen. Oder tanzen oder schauspielern oder oder oder. Herausgefunden hätte ich es allerdings erst dann, wenn ich es versucht hätte.

Es ist eben schwer, einen Weg zu verfolgen, wenn einem ständig der Wind ins Gesicht bläst. Wäre mein Feedback damals anders ausgefallen, vielleicht hätte ich es dann versucht und wäre dran geblieben. Zumindest wäre die Wahrscheinlichkeit dafür höher gewesen. Und das ist auch gar nicht schlimm. Wir alle brauchen ein gewisses Maß an Zuspruch von anderen. Kaum jemand hat ein so unerschütterliches Selbstbewusstsein, dass ihm negatives Feedback null ausmacht. Die gute Nachricht ist jedoch: Wir müssen es nicht ertragen lernen. Zumindest nicht in jedem beliebigen Ausmaß. Wir sind nicht machtlos und nicht ausgeliefert.

Wenn der Wind Dir ins Gesicht bläst – setz‘ die Segel!

Wir sind ja zum Glück keine Eisenbahnen, die dazu verdammt sind, stur auf den vorgegebenen Schienen zu fahren. Wir können unsere Richtung ändern, wir können uns treiben lassen und sehen, wo wir leichter gehen, wo der Weg weniger steinig ist – und wo wir in besserer Gesellschaft reisen können. Denn ganz sicher bist Du nicht der einzige Mensch auf der ganzen Welt mit diesen Träumen und Zielen, die Du hast. Es gibt Gleichgesinnte – immer! Bestimmt hast Du welche von Ihnen bereits jetzt in Deinem Leben. Es sind die Menschen, die Dich Dich gut fühlen lassen. Nach einem Treffen mit Ihnen sind Deine Akkus aufgeladen, Du bist zuversichtlicher, motivierter. Es sind Die Menschen, die sich für Dich von Herzen freuen und Dir wirklich zuhören. Vielleicht Deine Eltern, Dein Partner, Freunde. Oder die eine Nette aus dem Yogakurs mit der coolen Hose. Und es müssen auch nicht die Menschen sein, die Du am längsten kennst.

Wie Du Deinen Tribe findest

Oft wird von Deinem „Tribe“ geredet – Deinem „Stamm“. Es sind die Menschen vom gleichen Schlag, mit einer ähnlichen Einstellung zum Leben und einer positiven Einstellung im Hinblick auf Dich und Deine Träume. Es sind diejenigen, die dich bestärken, Dich gut beraten, aber auch ehrlich sind. Die Dir nicht den Wind aus den Segeln nehmen wollen, sondern der Wind unter Deinen Flügeln sind. Manchmal triffst Du sie völlig zufällig – so war das auch bei Luisa und mir. Dann wird ein zufälliges Treffen zu einem stundenlangen „Deep Talk“ und man ist am Ende fassungslos, dass jemand so gleich ticken kann. Der wohl wirkungsvollste Indikator für ein „Stammesmitglied“ ist das Gefühl, das Du gegenüber dieser Person hast. Lächelst Du innerlich? Oder bist Du ins Grübeln geraten? Oder verspürst Du während dem Gespräch gar Sehnsucht nach „Netflix and Chill“ mit Deiner Katze? Es geht aber auch konkreter.

1. Hinweis: Hobbys

Die Menschen mit den gleichen Hobbys wie Du haben zumindest schon mal eine Gemeinsamkeit mit Dir. Du kannst davon ausgehen, dass die Leute in Deinem Yoga-Studio wohl eher keine hartherzigen Kneipenschläger sein dürften – beispielsweise. Gut möglich, dass einige unter Deinen Yoga-Kollegen auch in anderen Bereichen ganz ähnlich ticken wie Du.

2. Hinweis: Interessengemeinschaften

Hier haben wir mit unseren sozialen Medien einen eindeutigen Vorteil. Menschen mit gleichem Mindset, Vorstellungen, Zielen finden sich ganz easypeasy in Gruppen zusammen. Auf Facebook beispielsweise. Das ist pures Gold wert – ehrlich! Wenn Du beispielsweise mit dem Gedanken spielst, Dich selbständig zu machen oder digitaler Nomade zu werden oder ein Buch zu schreiben … Du wirst garantiert eine Interessengemeinschaft finden, die ausschließlich aus solchen Menschen besteht, die das gleiche Ziel haben. Mit einem Klick bist Du mit Ihnen vernetzt. Du musst nicht mal von der Couch aufstehen.

Und falls Du Dich noch immer fragen solltest, wofür Du Deinen Tribe brauchst:

1. Schwarmintelligenz

Wie haben es die anderen gemacht? Was könnte ich noch ausprobieren? Wie haben andere dieses Problem gelöst? In Deinem Tribe stehen viele Menschen höchstwahrscheinlich gerade vor den gleichen Herausforderungen wie Du – oder haben sie bereits gemeistert. Du sparst zum einen schlicht und ergreifend Zeit. Du kannst die Schwarmintelligenz nutzen und musst Dir nicht alles selbst überlegen.

2. Ansporn

Auch innerhalb eines Tribes gibt es verschiedene Erfahrungslevel. Es gibt diejenigen auf Deiner Stufe, es gibt diejenigen, die vielleicht schon einen Step weiter sind und die richtigen Pros – und alle möglichen Zwischenstufen. Außerhalb Deines Tribes siehst Du vermutlich eher nur die Glanzlichter – die ganz Großen. Die Bestseller-Autoren, die Star-Coaches … die Superstars. Dich an denen zu messen kann eigentlich nur zum absoluten Selbstwert-Killer werden. Besser: Such‘ Dir Deine Sparring-Partner sorgfältig aus. Orientiere Dich an denen, die gerade einen oder zwei Steps weiter sind. Das ist schaffbar, das motiviert!

3. Motivation

Die Leute in Deinem Stamm haben genauso wenig Lust wie Du von ihren Tanten gesagt zu bekommen, sie könnten nicht gut singen (und andere sinngemäße Abturner). Sie brennen für die gleichen Ideen, haben dieselben oder ähnliche Ziele und Träume. Sie werden Dich ermutigen – und Du sie. Leider wachsen wir ja oft mit einem ausgeprägten Konkurrenzdenken auf. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich jedoch sagen: Damit ist es nicht so weit her, wie wir oft glauben. Es ist genug für alle da. Niemand ist außerdem völlig gleich. Jede Herangehensweise ist anders. Würdest Du diesen Blog schreiben und nicht ich, wäre es ein völlig anderer Blog. Es ist Platz für alle. Und der Nutzen einer Gemeinschaft ist garantiert höher als die vermeintliche Konkurrenzgefahr.

Trotz allem: Lerne Gegenwind zu ertragen

Auch wenn ein Tribe eine wertschätzende und motivierende Gemeinschaft ist, die Dir hilft, Deine Ziele zu verwirklichen und Dich auch einfach mal was zu trauen – ganz ohne Gegenwind werden wir unseren Weg selten gehen können. Vor allem dann nicht, wenn er uns weg von den ausgetretenen Pfaden der Gesellschaft führt. „Abweichler“ oder besser Aussteigern wird immer ein gerüttelt Maß an Negativität entgegen schlagen. Das ist so. Wenn Du verkündest, Du wirst nun strenge Diät halten, treten automatisch diejenigen auf den Plan, die dich scheitern sehen möchten – einfach weil sie sich dann bei ihrer eigenen Sahnetorte nicht ganz so mies fühlen. So ist es auch, wenn Du Träume und Ziele hast, die nicht ganz so „normgerecht“ daherkommen. Hier hilft nur: Dir das bewusst zu machen, die Ohren anzuklappen und weiter zu gehen. Vielleicht direkt auf einen Kaffee mit deiner Stammesfreundin. Und dann gemeinsam darüber lachen und die Motivation wieder dahin richten, wo sie hingehört: Auf Dein Ziel!

 



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